Soziale Ungleichheit in Deutschland

Hans- Ulrich Wehler beleuchtet in seinem Buch von 2013 „Die neue Umverteilung“:

Die deutsche Einkommensungleichheit: Die Ungleichheit wächst vor allem wegen der Teilzeitarbeit und Minijobs. Auch die Einkommen der Vollbeschäftigten drifteten auseinander.

Die deutsche Vermögensungleichheit: Die Kluft zwischen den Reichen und der Normalbevölkerung war noch nie so tief. Zwischen 2000 und 2020 werden vier Billionen Euro vererbt. Die Kapitalertragssteuer liegt bei 25 Prozent, die Besteuerung der Arbeitseinkommen bei 45 Prozent.

Die Ungleichheit der deutschen Wirtschaftselite: Die entscheidende Rolle bei der Gewährleistung der Elitenkontinuität spielt der Besitz eines „klassenspezifischen Habitus“. Diese Eigenschaften sind an die soziale Herkunft gebunden.

Die Ungleichheit auf deutschen Heiratsmärkten: Die Klassengleichen binden sich. Dabei wird das Bildungssystem als Heiratsmarkt immer wichtiger, nach der Abschlussprüfung wird zur Heirat geschritten. Nur der Anteil „aufwärts heiratender Frauen“ ist gewachsen. Soziale Klassen sind auch emotionale Klassen mit einem „jeweils eigenen hochspezifischen Gefühlshaushalt“.

Die soziale Ungleichheit der Alten: Altern wird als soziales Schicksal erfahren. Wie vorher im Berufsleben jetzt im Ruhestand. Ein tief zerklüftetes Panorama- vom Kreuzfahrtschiff bis zur Altersarmut.

Die Ungleichheit der Bildungschancen: Die Bildungsungleichheit zwischen den sozialen Klassen ist trotz Reformbemühungen „erstaunlich stabil“ geblieben. Die soziale Herkunft entscheidet.

Die Ungleichheit der Geschlechter: Die traditionelle Rollenverteilung bleibt ein Haupthindernis für die Gleichstellung der Frau. Obwohl es insgesamt Verbesserungen gab, sind immer noch viele Frauen benachteiligt. (Anmerkung z.B. Alleinerziehende)

Die Ungleichheit bei Gesundheit und Krankheit: Die klassenspezifischen Wertvorstellungen entscheiden über die Gesundheitspflege. Gesundheitsrisiken sind bei der einkommensschwachen Bevölkerung deutlich stärker verbreitet, z.B. gibt es eine erhöhte Sterblichkeit bei den Unterklassen.

Die Ungleichheit der Wohnbedingungen: Es gibt eine Segregation der Bevölkerung nach Klassen und Ethnien. Die Wohnsituation ist ein markanter Bestandteil der durch Ungleichheit geprägten Sozialstruktur.

(Bei den nächsten vier Kapiteln schwächelt es.)

Die ethnisch-kulturelle Ungleichheit: Ein „schwieriges“ Kapitel bei Wehler. Er spricht von einer „äußerst mangelhaften Integrationsbereitschaft der zugewanderten Türken“. Dagegen sei die Zuwanderung aus Polen und Ungarn willkommen.

Die Ungleichheit der Konfessionen: Hier spricht er nur von Protestantismus und Katholizismus…

Die Ungleichheit in der Alltagswelt: Die Demokratie sei von den Mittel- und Oberklassen dominiert. In die Kriminalitätsstatistik werden wiederum fast ausschließlich Männer aus dem unteren Drittel der Sozialhierarchie aufgenommen.

Die Ungleichheit zwischen Ost und West: Hier beleuchtet er die „Fortschritte“ (Autos, Sanierung, Reiseboom etc.) Nach 20 Jahren würden die Hälfte der Ost-Bevölkerung sich über eine Verbesserung freuen, 22 Prozent seien skeptisch…

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