Der Paritätische zur Ungleichheit

Paritätische Jahresgutachten, Mai 2016
Ungleichheit: Ausmaß, Ursachen und Konsequenzen

Die Wirtschaft wächst- und die Ungleichheit auch.
Vermögensdisparitäten:„Etwa 40 Prozent der Bevölkerung verfügen über keinerlei Vermögen, nicht wenige sind dagegen verschuldet. Über 63 Prozent des gesamten Nettovermögens gehören den reichsten 10 Prozent der Bevölkerung, allein das vermögendste Hunderstel der Bevölkerung vereint 29 Prozent der privaten Nettovermögen auf sich.“
Regionale Disparitäten: Viele Regionen sind in einem Teufelskreis der Ungleichheit gefangen.
Chancendisparitäten: „Die soziale Mobilität nimmt ab, schicht- und klassenspezifische Risiken nimmt ab, schicht- und klassenspezifische Risiken nehmen zu. Wer arm geboren wird, dessen Entfaltungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.“ Der Anteil der Studienanfänger mit „niedriger Bildungsherkunft“ hat sich von 1991 bis 2012 halbiert. Auch durch Heirat wird der soziale Status gefestigt, 80 Prozent der Paare haben einen ähnlichen beruflichen und Bildungshintergrund.
Eine zunehmende soziale Ungleichheit gefährdet das „soziale Band“ der Gesellschaft. Das geht mit Hass und Gewalt einher. So gab es 2015 laut Bundeskriminalamt 1005 Angriffe auf Flüchtlingsheime.
Arbeit: 2015 waren über 43 Millionen Menschen erwerbstätig- das ist ein Spitzenwert. Das Arbeitsvolumen hat dagegen den Stand von 1960. Knapp ein Viertel der Beschäftigten befindet sich im Niedriglohnsektor. Viele sind in atypischer Beschäftigung, z.B. Leiharbeit, Minijobs etc. Der Neueintritt in den Arbeitsmarkt resultiert vor allem aus der Stillen Reserve, die Zahl der Arbeitslosen nahm von 2013 auf 2014 nur um 50 000 Personen ab. Nur 17,2 Prozent der Abgänge aus ALGII mündete in den ersten Arbeitsmarkt.
Mindestsicherung: Seit 2005 ist eine Zunahme an Grundsicherungsbeziehern zu verzeichnen. Mittlerweile gibt es mehr als eine Million Bezieher von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung.
Überschuldung: 2015 gab es 6,7 Millionen Verschuldete

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