Sozialismus für Reiche: TEIL3

Aus: Jens Berger. Wem gehört Deutschland? Die wahren Machthaber und das Märchen vom Volksvermögen. Frankfurt/Main 2014

Deutschlands Vermögende

„Die 500 reichsten Deutschen besitzen zusammen ein Vermögen von 530 Milliarden Euro.“

Die Einzelhandelmilliardäre

Die reichsten Deutschen sind die Aldi- Brüder Albrecht (33 Mrd., Theo ist gestorben) und Lidl- Besitzer Dieter Schwarz (13 Mrd.), die mit Niedriglöhnen in ihren Discountern Profit gemacht haben. Auch die Familie Deichmann hat ein Vermögen gemacht. (3,35 Mrd.) Ihr Vermögen haben sie in Stiftungen gesteckt. Einzelhandelmilliardäre sind auch die Familie Haub (Kaisers Tengelmann, Obi, Kik, TEDi, Netto) mit 3,5 Mrd. Euro Vermögen. Anstatt sie für die Ausbeutung in der Dritten Welt (Kik) verantwortlich zu machen, bekam Haub das Bundesverdienstkreuz.

Die Dividendenkönige

„Die zehn reichsten Familien Deutschlands kassierten 2013 zusammen 2,4 Milliarden Euro an Dividenden.“ Dank der eingeführten Kapitalertragssteuer schenkte der Staat ihnen in dem Jahr 500 Millionen Euro. Quandt, Klatten, Porsche/Piech, Joacobs (Adecco), Siemens, Henkel & co werden vom Staat mit Glacehandschuhen angefaßt.

Die Kriegsgewinnler

„An Position Nummer 18 der Top 500 des Manger Magazins steht die Familie August von Finck mit einem geschätzten Vermögen von 4,6 Milliarden Euro.“ Schon 1931 versprach Finck Hitler eine Summe von 25 Millionen Reichsmark. Von 1933-45 zählte er zu den Förderern der NSDAP. Dafür durfte Finck die Wiener Rothschild- Bank „arisieren“ und das Berliner Bankaus Dreyfus &co unter Wert übernehmen. Nach dem NS-System wurde er als Mitläufer eingestuft. Er wurde zu einem der größten Landbesitzer Bayerns. Finck jun. Gehört heute die Schweizer övenpick- Gruppe und Schweizer Mischkonzerne. Er spendete der FDP 1,1 Millionen Euro, im Gegenzug wurde der Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen reduziert.

Die Spendierfreudigen

„Zu den prominenten politischen Landschaftspflegern unter den Top 500 des Manager Magazins gehört auch Paul Gauselmann mit einem Vermögen von 90verdeckte Parteispenden tätigt. „Viele Superreiche haben ein Herz für politische Parteien und ganz besonders für solche, die Gesetze verabschieden, die nicht den Interessen des Volkes, sondern den Interessen der Superreichen dienen.“ So z.B. die BMW- Milliardäre Quandt und Klatten.

Die Medienbarone

„Neben den Discount-Märkten gibt es wohl keine weitere Branche, in der die Unternehmen der Top-500-Liste des Manager Magazins eine derartige Marktmacht haben wie in der Medienbranche.“
Friede Springer (BILD), Dieter Schaub (Süddeutsche Zeitung, Freie Presse, Südwest-Presse, Rheinpfalz), Familie Grotekamp (WAZ), Bertelsmann (Sächsische Zeitung), Holtzbrinck (Handelsblatt, Zeit, Tagesspiegel) usw.usf.
„Bis auf die FAZ, deren Gründer weitsichtig waren und ihre Anteile in eine gemeinnützige Stiftung überführt haben, und die Neue Westfälische, die von einem hundertprozentigen Tochterunternehmen der SPD kontrolliert wird, befinden sich sämtliche große Tageszeitungen im Besitz von Familien mit mindestens einem dreistelligen Millionenvermögen.“
„Die Medienbarone besitzen nicht nur die genannten Zeitungen, sondern kontrollieren den Zeitungsmarkt nahezu komplett.“ So gibt die Funke- Gruppe dreißig Tages- und Wochenzeitungen heraus. Die Bertelsmann AG ist der größte europäische Medienkonzern. (RTL, n-tv, Stern, Capital). Der Konzern ist im Besitz der Familie Mohn. Der Springer Verlag (Bild, Welt, B.Z.) bestimmt den Boulevard. Die Familie Burda besitzt u.a. die Bunte und Focus, die Familie Bauer Bravo und TV Movie. Auf den ersten Blick sind diese Zeitschriften unpolitisch, aber das Unpolitische ist im höchsten Grad politisch. Von einer ungleichen Vermögensverteilung wird man dort so gut wie nichts lesen. Das hat mit den Besitzstrukturen der Medienkonzerne zu tun.

Die Finanzmogule

Nur zwei Investmentbanker Alexander Dibelius und Paul Achtleitner gehören in die Reihen der Superreichen. „Wenn es um die großen Renditen im Finanzkasino geht, ist Deutschland Entwicklungsland.“ Der wohlhabendste deutsche Finanzprofi ist Reinfried Pohl.

Profiteure gibt es u.a. auch in der Rüstungsindustrie (Familie Diehl), in Schlachthöfen (Familie Tönnies) und Krankenhäusern. (Asklepios, Bernd große Broermann)

„So lange Reichtum und Armut Hand in Hand gehen und mehr Reichtum spiegelbildlich mehr Armut produziert, muss sich eine Gesellschaft die Frage stellen, ob sie sich diesen Reichtum überhaupt leisten kann und leisten will.“

„Ohne die Steuerreformen der letzten 16 Jahre könnte der Fiskus jedes Jahr rund 50 Milliarden Euro mehr einnehmen.“ Die reichsten fünfzig Haushalte zahlen effektiv nur 29 Prozent Steuern auf ihr Einkommen, damit zahlt ein Superreicher relativ weniger Steuern als ein Alleinstehender mit einem Jahresbruttoeinkommen von 60 000 Euro, der keine besonderen Abzüge geltend machen kann.
Das ist kein Naturgesetz, sondern politisch gewollt. Von Politikern, die von Mehrheiten gewählt werden. „Wäre man zynisch, könnte man daher auch sagen, dass wir an unserer prekären Lage selbst schuld sind.“

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